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JU Themenabend - Medizinische Versorgung in der Region

Königs Wusterhausen 11.12.2011. Das Thema der medizinischen Versorgung stellt Politik und Gesellschaft vor grundsätzliche Herausforderungen. Der demografische Wandel und sich verändernde Kostenstrukturen in der Behandlung haben maßgeblichen Einfluss darauf, wie sich gerade im ländlichen Raum, die Zukunft der medizinischen Versorgung der Bevölkerung gestalten wird. Vor diesem wichtigen Hintergrund, veranstaltete die Junge Union LDS am 13. Oktober einen Informations- und Diskussionsabend zum Thema „Medizinische Versorgung in der Region“.


Zu Gast war Dipl. Med. Matthias Grave, niedergelassener Facharzt für Innere Medizin in Zeesen. Er referierte zur aktuellen Lage der Gesundheitspolitik und Deutschland und über die Herausforderung mit denen sich Ärzte und Patienten konfrontiert sehen und potentiell konfrontiert sein könnten. Gleich zu Beginn, stellte Grave Hinsichtlich der Situation der hausärztlichen Patientenversorgung ein Kommunikationsproblem heraus. So sei die Kommunikation unter den Ärzten defizitär wenn es darum geht Krankenhistorie und andere Informationen zusammenlaufen zu lassen, und dass obwohl im digitalen Zeitalter die technischen Möglichkeit vorhanden sind. Doch ist dieser Befund nur eine Teilausprägung eines grundsätzlicheren Problems. Insgesamt attestierte Grave, dass nach derzeitiger Lage die zukünftige Situation der medizinischen Absicherung von Patienten in Flächenländern wie Brandenburg durchaus fraglich ist. Dies hinge unter anderem damit zusammen, dass es für angehende Ärzte eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, im Beruf anzukommen. „Es gibt eine große Alternativenvielfallt nach dem Medizinstudium“, so Grave. Gerade junge Ärzte tendieren dazu, den Arztberuf auf dem Land zu meiden und als punktuell unattraktiv zu sehen. Dies hing zu großen Teilen mit der anfallenden Arbeitsverdichtung zusammen. Dadurch sei schon jetzt die medizinische Abdeckung im ambulanten Bereich unzureichend, was nicht zuletzt auch eine konkrete Kostenproblematik zurückzuführen ist. Grave führte gab ein veranschaulichendes Beispiel an, um die Verschärfung der Situation zu verdeutlichen.  So gab es vor einigen Jahren noch 4 Ärzte in der Region gab, welche eine Magenspieglung durchführten. Der Patient wartet etwa 10 Wochen bis er den Behandlungstermin wahrnehmen konnte. Im Gegensatz dazu ist nur noch 1 Mediziner geblieben, der diese Behandlung anbietet. Die Terminhorizonte für die Patienten belaufen sich auf bis zu 3 Monate. Dies zeigt, dass es wichtig und notwendig ist, die Frage nach der Zukunfts- und Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems zu stellen. Grave resümierte dennoch, dass er stolz auf den sozialen Charakter des Systems sei. Vor dem Hintergrund, der sich stellenden Herausforderungen, mit denen sich das System in Gänze konfrontiert sieht, müssten vernünftige und verantwortungsvolle Entscheidungen getroffen werden, die den sozialen Kern einerseits bewahren und andererseits zukünftige Leistungsfähigkeit und Bezahlbarkeit sicherstellen.


Die potentiellen Wege der Ausgestaltung solcher Entscheidungen sind zahlreich. Bezüglich der Sicherstellung der medizinischen Versorgung in ländlich geprägten Räumen empfahl Grave auf die Krankenhäuser zu setzten. Diese können dazu in der Lage sein mit ihnen Einzugsbereichen eine funktionsfähige Abdeckung zu Leisten. Ein wichtiger Aspekt dabei spiele allerdings die Auslastung. Dies müsse erhöht werden um leistungsfähig behandeln und versorgen zu können.


Dipl. Med. Matthias Grave ist niedergelassener Facharzt für Innere Medizin. Er  wurde 1955 in Berlin geboren und beendete 1980 sein Medizinstudium an der Humboldt – Universität (Charité) zu Berlin. Er arbeitete 11 Jahre am Achenbach Krankenhaus in Königs Wusterhausen und war dort vier Jahre Leitender Arzt der Notfall-Ambulanz, bevor er sich 1991 als Arzt niederlies und eine Arztpraxis in Zeesen eröffnete. Er praktiziert sowohl als Hausarzt als auch als Facharzt für Innere Medizin.



 
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