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Nach Initiative des Stadtverbandes Königs Wusterhausen spricht sich auch die Junge Union Dahme-Spreewald gegen eine Nutzung und Erprobung der CCS Technologie in Brandenburg aus. Auf der ersten gemeinsamen Tagung der JU-Landesverbände Berlin und Brandenburg wird am 15. Mai 2010 ein entsprechender Antrag zur Diskussion und Beschlussfassung gestellt.
Die CCS-Technologie scheint angesichts von Treibhauseffekt, Emissionshandel und Kohleverstromung auf den ersten Blick eine geeignete Option für den Klimaschutz zu sein. Bei näherem Hinsehen überwiegen jedoch die ökologischen und ökonomischen Bedenken. Neben dem zusätzlichen Aufwand zur Abscheidung, zum Transport sowie zur dauerhaften Speicherung von CO2 beeinträchtigt die CCS-Technologie den Wirkungsgrad betroffener Kraftwerke. Im Ergebnis verbleibt eine negative CO2-Bilanz. Zwar soll dieses (erhöhte) CO2-Aufkommen in unterirdischen Lagern dauerhaft gespeichert werden. Wissenschaftlich gewährleistet ist aber weder diese Dauerhaftigkeit noch sind die Auswirkungen einer solchen Lagerung auf Menschen und Umwelt hinreichend gesichert. Dies wirft vor allem die Frage nach geeigneten Endlagerstätten auf. Die Tragweite solcher Entscheidungen wird an den seit mehreren Jahrzehnten dauernden Untersuchungen für ein atomares Endlager und den Diskussionen um Gorleben und Asse deutlich. Überdies ist der Aufbau einer umfassenden Infrastruktur für den Transport des abgeschiedenen CO2 erforderlich. Dies birgt nicht nur zusätzliche Störfallrisiken, sondern verursacht weitere Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft. Schließlich ist zu befürchten, dass mit der CCS-Technologie der Einsatz fossiler Energieträger länger als unbedingt erforderlich gerechtfertigt wird. CCS ist dem Bestreben nach schnellstmöglichem Ausbau erneuerbarer Energien hinderlich und wirkt sich verlängernd auf die möglichst kurz zu haltende Überbrückungszeit fossiler Energieträger aus. Insbesondere für Brandenburg birgt ein unnötig langes Festhalten am Energieträger Braunkohle erhebliche Nachteile. So sind neue Tagebaue oder deren Ausweitung mit weiteren Eingriffen in Natur und Landschaft sowie in die gewachsene Siedlungsstruktur unter Verlust bedeutender ideeller und kultureller Werte der Heimat verbunden. Für Stefan Jablonski (31), Verfasser des Antrages und Vorsitzender der Jungen Union Königs Wusterhausen, „ist die CCS-Technologie ebenfalls aus wirtschaftlicher Sicht nicht zukunftsfähig. Ihr Einsatz über das Versuchstadium hinaus wird kaum vor 2020 möglich sein. Betrachtet man die zusätzlich anfallenden Kosten von Erprobung und Entwicklung der Technologie, Abscheidung, Transport, Lagerung von CO2 und dessen Überwachung sowie des höheren Einsatzes fossiler Energieträger aufgrund der verminderten Kraftwerkswirkungsgrade einerseits und das nachvollziehbare Refinanzierungsinteresse des jeweiligen Energieversorgers andererseits, sind Preissteigerungen für den Endverbraucher unvermeidlich. Ferner haben angesichts der stark gestiegenen Beschäftigungszahlen im Bereich der Erneuerbaren Energien besonders innerhalb der letzten Jahre und der durchschnittlich eher stagnierenden Beschäftigtenzahlen im Bereich der Braunkohle die Erneuerbaren Energien die Braunkohle als führenden Beschäftigungssektor im Bereich der Energieversorgung sogar in Brandenburg, als eigentliche Hochburg der Braunkohleverstromung, bereits abgelöst. Diesen Trend gilt es beizubehalten und auszubauen. Um weiter stark steigende Beschäftigungszahlen zu erreichen, ist der Ausbau Erneuerbarer Energien stetig und mit aller Kraft voranzutreiben.“ Für den Landkreis Dahme-Spreewald und auch für andere Landkreise Brandenburgs besteht die Gefahr, dass sich der Einsatz der CCS-Technologie, vor allem die Endlagerung von abgeschiedenen CO2, mangels gesellschaftlicher Akzeptanz negativ auf die Tourismusbranche sowie die damit verbundenen wirtschaftlichen Betätigungen auswirkt. Ergänzend dazu Christian Möbus (26), Vorsitzender der Jungen Union Dahme-Spreewald: „Auch vor dem Hintergrund knapper Kassen ist die Subvention einer CCS-Brückentechnologie zu Lasten zukunftsweisender Technologien im Bereich der Erneuerbaren Energien nicht zu rechtfertigen. Vielmehr gilt es die Entwicklung unserer Region nicht nur an den BBI zu hängen, sonder z.B. die Erneuerbaren Energien stärker zu fokussieren. Ein entsprechendes Studienangebot an der TH Wildau und die spezielle Förderung junger Unternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien am TGZ Wildau wären ein erster Schritt in diese Richtung. Eine nachhaltige und besonders aus Sicht der Jungen Union Dahme-Spreewald generationengerechte heimische Energieversorgung sollte jedenfalls auf Erneuerbare Energien statt CCS setzten.“ |



