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Erinnerung an Bespitzelung und Stasi wach haltenJunge Union fordert Gedenktafel am „weißen Haus“
Kürzlich informierte Königs Wusterhausens Bürgermeister über den geplanten Verkauf des „weißen Hauses“ am Kirchplatz. Dies zum Anlass nehmend fordert die Junge Union Dahme-Spreewald die Aufstellung einer Informations- und Gedenktafel vor dem Haus oder zumindest in zentraler Lage auf dem Kirchplatz. Zu DDR-Zeiten befand sich in dem Gebäude die Kreisdienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS, Stasi). Dazu Christian Möbus, Vorsitzender der Jungen Union im Landkreis: „Nach über 20 Jahren ist es höchste Zeit, die Geschichte des Hauses sichtbar zu machen und aufzuzeigen wie verzweigt das Netz der Stasi war. Die Erinnerung an die menschlichen und politischen Abgründe in der DDR muss als Mahnung für kommende Generationen wach gehalten werden.“
Zunächst wurde die Kreisdienststelle der Staatssicherheit im Gebäude des heutigen Heimatmuseums eingerichtet. Später zog sie in das sogenannte „weiße Haus“. 1989 gab es 211 Kreisdienststellen im Gebiet der DDR. Nach Informationen der Stasiunterlagenbehörden waren im Laufe der DDR-Zeit über 600.000 inoffizielle Mitarbeiter (IM’s) für die Stasi tätig. Diese vermeintlichen Freunde schwärzten Verwandte, Bekannte, Kollegen und Nachbarn bei der Stasi an, was für die Betroffenen mitunter erhebliche Repressalien nach sich zog. Die Kreisdienststelle diente u. a. der Arbeit mit IM’s und der Sicherung des IM-Netzes. Laut Stasiunterlagenbehörde wurden aus der Kreisdienststelle Königs Wusterhausen 58 laufende Meter Stasi-Akten erschlossen, wobei davon auszugehen ist, dass in der Wendezeit ein Teil der Akten vernichtet wurde.
„Auch heute gibt es Geheimdienste und unter besonderen Umständen Überwachung. Aber im demokratischen Rechtsstaat sind die Hürden für deren Einsatz im Vergleich zu damals ungleich höher. Auch muss niemand um seine Zukunft oder Freiheit fürchten, wenn er sich abfällig über Staat und Regierung äußert oder das Land verlassen will,“ so Möbus weiter.
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